Informationsheft E-Vignetten Sommer

Der Sommer ist da, viele machen sich auf den Weg, um Urlaub zu machen. Es gibt viele unter ihnen, die im Laufe des Jahres keine gebührenpflichtigen Straßen benutzen. Der Verkehr auf den Autobahnen wird wegen der Urlauber und des Transitverkehrs viel reger, deshalb lohnt es sich besonders zu dieser Zeit, in Gedächtnis zu rufen, was beim Kauf der Autobahnvignetten zu berücksichtigen ist, da mit ein wenig Achtsamkeit die Zahlung von Strafen einfach vermieden werden kann. Die wichtigsten Informationen können in zwei Sätzen zusammengefasst werden: Die E-Vignetten sind stets vor der Auffahrt auf den gebührenpflichtigen Straßenabschnitt (praktisch vor Beginn der Reise) zu erwerben. Vor der Zahlung ist es empfehlenswert zu überprüfen, ob Kennzeichen, Länderkode, Kategorieneinstufung und Gültigkeitsdauer korrekt sind.

1. Typische Fehler der Benutzer

Die Kontrollstatistiken und -erfahrungen zeigen einige Irrtümer und typischen Fehler der Benutzer. Das grundsätzliche Ziel und die Aufgabe der Nationalen Mauterhebung geschlossenen Dienstleistungs-AG sind die Förderung der Einhaltung der Rechtsnormen. Wenn jedoch auf diese Fehler hingewiesen wird, kann eine Strafe einfach vermieden werden. Die häufigsten Fehler sind der nachträgliche Kauf, die Verwechslung der Gebührenkategorie bzw. des amtlichen Kennzeichens.

1.1 Nachträglicher Kauf

Im Sinne der Rechtsnorm ist die E-Vignette jederzeit im Voraus, vor der Auffahrt auf die gebührenpflichtige Strecke zu kaufen; eine auch wenn einige Minuten später gekaufte E-Vignette gilt als unberechtigte Straßenbenutzung und hat die Verpflichtung zur Zahlung einer Zusatzgebühr zur Folge. Die Kamerakontrolle und die lokale Gruppenkontrollen durch Anhalten der Fahrzeuge stellen von dem vorbeifahrenden Auto (anhand des Kennzeichens) sofort fest, ob es über eine gültige E-Vignette verfügt. Es reicht also nicht, die Vignette bei der nächsten Tankstelle auf der Autobahn zu kaufen, die gültige Vignette ist früher zu besorgen. Das gilt ebenfalls bei Heimreisen, wenn die Grenze bei einer gebührenpflichtigen Strecke passiert wird.

1.2 Verwechslung der Gebührenkategorien D1 und D2

Im Januar 2015 wurden die Gebührenkategorien geändert, trotzdem kaufen viele Fahrer die Berechtigung für die Kategorie D1, obwohl ihr Kraftfahrzeug in die Kategorie D2 eingestuft ist. Die zur Beförderung von bis zu 7 Personen (einschließlich des Fahrers) geeigneten PKW und deren Anhänger gehören weiterhin der Kategorie D1 an (das heißt für Anhänger, die von einem PKW geschleppt werden, ist keine gesonderte E-Vignette zu kaufen). Alle nicht der Gebührenkategorie D1 angehörenden PKW (zur Beförderung von mehr als 7 Personen geeignete Fahrzeuge) sowie LKW mit maximal 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht und Wohnmobile gehören der Gebührenkategorie D2 an. Die Gebührenkategorien können entsprechend den amtlichen Einträgen (Felder J und S.1.) im Zulassungsschein festgestellt werden. Bei der Orientierung hilft auch die Tabelle auf der Seite maut-tarife.hu.

Bei Verwechslung der Kategorie kann die Gebührendifferenz in den Kundendienstbüros der NMGD AG bezahlt oder deren Rückerstattung – bei Zahlung der in der Rechtsnorm vorgeschriebenen Bearbeitungsgebühr i.H.v. 1 470 HUF – beantragt werden. Das Kennzeichen, für das die neu ausgestellte Berechtigung der entsprechenden Gebührenkategorie registriert wurde, muss mit dem ursprünglichen, durch den Zulassungsschein bestätigten Kennzeichen identisch sein. Nach der Verhängung der Zusatzgebühr befreit die Berichtigung der Gebührenkategorie nicht von der Zahlungspflicht für die zuvor verhängte Zusatzgebühr.

1.3 Verwechslung des amtlichen Kennzeichens

In der Gebührenverordnung wird eindeutig geregelt, dass es beim Kauf der E-Vignette dem Autofahrer auf eigene Verantwortung obliegt, beim Kauf der E-Vignette die Richtigkeit der Daten vor der Zahlung zu überprüfen. Diese Überprüfung wird bei persönlichem Kauf mit der Unterzeichnung des Belegs an der Kasse bzw. bei Online-Kauf durch die Antwortnachricht bestätigt.

Im Sinne der Rechtsnorm ist bei Verwechslung des amtlichen Kennzeichens eine nachträgliche Korrektur von höchstens 3 Stellen möglich. Im Rahmen der persönlichen Sachbearbeitung im Kundendienstbüro der NMGD AG müssen der Zulassungsschein des Kraftfahrzeugs, der Kontrollabschnitt oder die Bestätigungsnachricht zum Nachweis des Kaufes der Berechtigung vorgelegt und die Sachbearbeitungsgebühr gemäß Rechtsnorm i.H.v. 1 470 HUF pro korrigierte Stelle gezahlt werden.  In diesem Fall gilt die Berechtigung für das geänderte Kennzeichen für die gesamte Gültigkeitsdauer, d.h. die früher auferlegte Zusatzgebühr entfällt.

1.4 Gebührenkategorie „U“

Für die Benutzung von Anhängern auf den gebührenpflichtigen Strecken ist im Fall der Kategorien D2 und B2 (Busse) eine gesonderte Gebühr zu zahlen. Wenn also ein Bus einen Anhänger zieht, ist eine Berechtigung sowohl für die Kategorie B2, als auch für die Kategorie U zu erwerben. Im Fall der Kategorie U muss die Berechtigung immer auf das Anhängerkennzeichen lauten. Für Anhänger, die mit dem PKW (D1) geschleppt werden, ist keine weitere E-Vignette zu kaufen. Wenn der Anhänger von einem Mikrobus für 9 Personen geschleppt wird, ist eine E-Vignette der Kategorie D2 auf das Kennzeichen des Mikrobusses lautend und eine E-Vignette der Kategorie U auf das Kennzeichen des Anhängers lautend zu kaufen.

2. Weitere nützliche Informationen

2.1 Mautpflichtiges Straßennetz

Die meisten Schnellstraßen in Ungarn sind gebührenpflichtig, die Autobahn- oder Schnellstraßenschilder markieren dementsprechend fast ausnahmslos den Beginn von gebührenpflichtigen Strecken. Die Erfahrungen mit den Kotrollen ergeben, dass es immer noch viele Fahrer gibt, die die vor anderthalb Jahren gebührenpflichtig gewordenen Strecken nicht kennen. Anhand der Daten der festen Kontrollstellen auf der gebührenpflichtigen Strecke der Schnellstraße M0 (zwischen Knotenpunkt Nr. 31 M0-M5 (Gyál) und Knotenpunkt Nr. 42 M0-M4 (Knotenpunkt bei der Hauptstraße 4) sowie zwischen Knotenpunkt Nr. 69 M0-M3 und Knotenpunkt Nr. 75 M0-Hauptstraße 2) kann festgestellt werden, dass sich ein Fünftel aller Fälle mit Zusatzgebühren auf dieser Strecke ergab. Wir empfehlen also, sich auf der Seite maut-tarife.hu über die gebührenpflichtigen Straßen zu informieren; hier finden Sie neben der Landkarte von Ungarn auch die Komitatskarten.

Im Sinne der ab dem 1. Januar 2016 gültigen Verordnung können nur folgende Straßenabschnitte gebührenfrei benutzt werden:

  • Der ganze Abschnitt der Autobahn M31
  • Abschnitt zwischen dem Knotenpunkt der Schnellstraße M85 Csorna Ost und Abzweigung M85-M86,
  • Umfahrung Pécs Südwest der Autobahn M60 zwischen den Straßen Nr. 58 und 5826,
  • Schnellstraße M86,
  • Autobahn M8,
  • Abschnitt der Schnellstraße M9 zwischen Hauptstraße 6 und Hauptstraße 51,
  • Abschnitt der Schnellstraße M9 (Zeichen Hauptstraße 61) Umfahrung Kaposvár,
  • Abschnitt der Schnellstraße M4 (Zeichen Hauptstraße 4) zwischen Vecsés und der Straße zum Flughafen Budapest Liszt Ferenc (zwischen 19+550 Km und 20+518 Km)
  • Folgende Abschnitte der Schnellstraße M0:
  • – der Abschnitt zwischen Hauptstraße 1 und Autobahn M5,
  • – der Abschnitt zwischen Autostraße M4 (Hauptstraße 4) und Autobahn M3,
  • – Megyeri-Brücke (Abschnitt zwischen Hauptstraße 11 und Hauptstraße 2).

Darüber hinaus sind neben den weiteren Abschnitten der Autobahn M0 sowie den Ein- und Ausfallstraßen der Schnellstraßen innerhalb des Schnellstraßenrings auch die bisher gebührenfreien Umfahrungen und Autostraßen gebührenpflichtig geworden.

Die komitatsweite Vignette ist meistens außerhalb der Verwaltungsgrenzen des Komitats bis zum ersten Knotenpunkt gültig. Die räumliche Gültigkeit der komitatsweiten Vignetten kann aufgrund der Nummer des Knotenpunkts und des Kilometersteins auch in der Anlage der Gebührenverordnung auf der Seite maut-tarife.hu eingesehen werden. Diejenigen, die aus der Hauptstadt in die Ortschaften am Südufer des Plattensees erreichen wollen, müssen Vignetten für die Komitate Pest, Fejér und Somogy kaufen. Diejenigen, die in die Ortschaften am Nordufer des Plattensees fahren wollen, brauchen – unter Berücksichtigung auch der Umleitungen im Sommer – nur Vignetten für die Komitate Pest und Fejér zu kaufen, um das ganze Jahr hindurch unbeschränkt die gebührenpflichtigen Straßen Richtung Plattensee benutzen zu können. Ähnlich wie die landesweiten Jahresvignetten gelten die Komitatsvignetten vom Zeitpunkt des Kaufs bis zum 31. Januar des nächsten Jahres.

2.2 Kontrollen

Die Kontrolle der Straßennutzungsberechtigung erfolgt anhand des Kennzeichens. Die Richtigkeit der Daten (Typ der E-Vignette, Kennzeichen, Gebührenkategorie, Beginn und Ende der Gültigkeit) wird bei persönlich erworbenen Berechtigungen durch die Unterschrift des Käufers und bei per SMS gekauften Berechtigungen mit der Antwortnachricht des Käufers bestätigt, daher ist es wichtig, diese Daten vor der Zahlung gründlich zu überprüfen. Die Überprüfung der Richtigkeit der Daten obliegt dem Fahrer, der die E-Vignette gekauft hat, auf eigene Verantwortung.

Im Sommersaison ist auf den gebührenpflichtigen Straßen vermehrt mit Kontrollen zu rechnen. Neben den gewöhnlichen Kontrollen und mobilen Kontrollen mit Autos werden auch Kontrollen mit Mobilgruppen, durch Anhalten der Autofahrer stattfinden. Das Ziel ist, Schwarzfahrer zu entdecken. Bei Kontrollen mit Mobilgruppen können angehaltene Schwarzfahrer die Strafe auch vor Ort in bar oder per Bankkarte entrichten. Dank der bewährten Kontrollmethoden innerhalb des Systems HU-GO ist es sofort ersichtlich, ob das Fahrzeug zum jeweiligen Zeitpunkt über eine gültige Straßennutzungsberechtigung für die betreffende Strecke verfügt.

2.3 Dienstleistungen der Kundendienstbüros

Die NMGD AG verfügt über 18 Kundendienstbüros landesweit, und erwartet seine Kunden mit vollumfänglichen Dienstleistungen im Bereich Mauterhebung. Neben der ungarischen Vignette bzw. der E-Maut HUGO können in den Kundendienstbüros auch Straßennutzungsberechtigungen für Slowenien, Tschechien und Österreich gekauft werden. Sollte man versehentlich ein falsches Kennzeichen beim Kauf angegeben haben, hat man in den Kundendienstbüros die Möglichkeit, höchstens 3 Stellen des Kennzeichens – bei Errichtung einer Dienstleistungsgebühr – korrigieren zu lassen. Sollte das Fahrzeug, für das man über eine gültige E-Vignette verfügt, verkauft oder von einem Unfall betroffen sein, besteht die Möglichkeit, die Straßennutzungsberechtigung zu übertragen.

Weitere ausführliche Informationen erhalten Sie unter der Nummer +36-36-587-500 der Nationalen Mauterhebung geschlossenen Dienstleistungs-AG (rund um die Uhr, zum Ortstarif) sowie auf der Webseite maut-tarife.hu. Wenn Sie die E-Vignette über das Mobiltelefon kaufen möchten, tun Sie es – für die Sicherheit des Straßenverkehrs – nie unterwegs, sondern vor Beginn der Fahr, im stehenden Fahrzeug.